Freiwillige Feuerwehr Berglern

First Responder




Wörtlich übersetzt bedeutet es "Erste Antwort". Es macht aber in der deutschen Sprache mehr Sinn, wenn es mit "Der Erst-Eintreffende" oder "schneller, professioneller Ersten Hilfe" übersetzt wird. Beim Deutschen und Bayerischen Roten Kreuz findet auch der Begriff "Helfer vor Ort", kurz HvO, Verwendung.

Egal welcher Begriff zur Verwendung kommt, das Ziel ist immer das gleiche. Es geht um die Überbrückung der Zeit ab dem Eingang des Notrufs bei der Integrierten Leitstelle bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bzw. des Notarztes beim Patienten. Man nennt diese Zeit auch das "Therapiefreie Intervall". Der Gesetzgeber hat hierfür eine "Hilfsfrist" im Rettungsdienst festgelegt. Diese ist in Bayern mit 10 Minuten definiert. Innerhalb dieser Zeit muss ein Rettungswagen ab der Alarmierung beim Patienten eintreffen. Gerade im ländlichen Bereich wird diese Frist gerne bis auf die letzte Minute ausgeschöpft, da oft das nächste Rettungsmittel weiter entfernt ist.

Wenn man bedenkt, dass bei der meist verbreiteten Form des Herzkreislaufstillstandes - dem Herzkammerflimmer - die Überlebensraten um 10% pro Minute sinkt, wird schnell bewusst, wie wichtig sofortige Hilfe ist und gerade im ländlichen Grenzbezirken eine First Responder Organisation lebensrettend sein kann.

Bedingt durch örtlichen und zeitlichen Vorteil erzielen wir im Schnitt 4 Minuten Vorsprung vor dem Rettungsdienst. Wenn die Rettungswagen der angrenzenden Standorte anderweitig im Einsatz sind, ist der Vorsprung oft noch größer.

Alarmiert werden wir grundsätzlich bei jedem Notarzteinsatz, sofern nicht schon Fachpersonal vor Ort ist. Dies geschieht, wie im gesamten Rettungswesen, über die Bundesweite Notrufnummer 112. Es obliegt der Entscheidung des diensthabenden Disponenten uns auch zu Rettungswageneinsätzen mit zu alarmieren, wenn er einen großen Zeitvorteil und Handlungsbedarf sieht. Die Alarmierung des First Responders, kurz FR, geschieht über Funkmeldeempfänger.

Die wichtigsten Maßnahmen des FR sind die lebenserhaltenden Basismaßnahmen wie z.B. die richtige Lagerung des Patienten, Herz-Lungen-Wiederbelebung, Frühdefibrillation, Sauerstoffgabe, Wärmeerhalt, Lagemeldung bei Verkehrsunfällen, etc. Mit Eintreffen des regulären Rettungsdienstes bzw. des Notarztes wird der Patient von uns an diesen übergeben und die Kollegen, wenn gewünscht, in ihren Maßnahmen unterstützt.

Die häufigsten Einsatzindikationen sind Herzprobleme, Atemnot, Schlaganfall, Bewusstseinsstörungen und Verkehrsunfälle. In besonderen Fällen fungieren wir auch zum Transport der medizinischen Besatzung eines Rettungshubschraubers vom Landeplatz zum Einsatzort.

Was viele nicht wissen: unsere Helfer investieren ihre Freizeit völlig unentgeltlich und agieren ehrenamtlich, da die Hilfeleistung des First Responders von keiner Krankenkasse oder einer anderen staatlichen Institution finanziell übernommen wird. Wir finanzieren uns ausschließlich aus Spendengeldern über unseren Förderverein.

Wir sind kein Ersatz für den Rettungsdienst, sondern eine schnelle und sinnvolle Ergänzung.